3 Fragen die den Umgang mit deinen Kindern von Grund auf ändern können – Teil 1

Ich möchte dir 3 Fragen stellen, die dich beim Umgang mit deinen Kindern vielleicht so einiges überdenken lassen. Auch wenn mein Kleiner erst 8 Monate alt ist und es da noch nicht viel „Erziehung“ braucht, haben diese Fragen bei mir einiges ausgelöst.

Ursprünglich hatte ich einen Artikel für dieses Thema schreiben wollen. Als ich damit fertig war, war der Text ganz schön lang. Und da ich selber nicht gerne zu lange Blogartikel lese, werden aus diesem Thema drei einzelne. Jede Woche ein eigener Artikel zu jeder der 3 Fragen.

 

Und hier kommt deine erste Frage:

1. Was wünscht du deinen Kindern, wie sie als Erwachsene sein werden?

 

Nimm dir doch jetzt gleich mal ein paar Minuten Zeit und schreibe auf, was dir dazu einfällt. Was sind also deine langfristigen Ziele für deine Kinder?

Fertig?

Ich kann mir vorstellen, auf deinem Blatt stehen jetzt Dinge wie: glücklich, selbstbewusst, gehen ihren eigenen Weg, gesund, verantwortungsbewusst, liebevoll, positiv, ausgeglichen, rücksichtsvoll, selbstbestimmt, vertritt seine Meinung, kompromissbereit, trifft seine eigenen Entscheidungen.

Und jetzt möchte ich dich fragen, steht deine Erziehung im Einklang mit dem was auf deiner Liste steht? Unterstützt du dein Kind bestmöglich zu dem Menschen heranzuwachsen, den du dir vorstellst? Wo gibst du ihm den Raum, um sich so entfalten zu können. Und wo nimmst du ihm den Raum dafür?

In unseren Breitengraden zählt ein Kind als „brav“, wenn es das tut, was die Erwachsenen von ihm wollen. Es ist nicht zu lebhaft, tut was man ihm sagt, ist gut in der Schule, es „funktioniert“…Und jetzt mal ehrlich, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind, das so ist, so wird wie sich die meisten Eltern ihre Kinder später einmal wünschen?!

Überprüfe doch einfach mal deinen Umgang mit deinem Kind und vergleiche ihn mit deiner Liste. Wo passt es zusammen? Wo widerspricht es sich?

Hier ein paar Beispiele, die das JETZT mit dem SPÄTER vergleichen und die möglichen Auswirkungen zeigen:

  • Ein Kind das meistens brav auf seine Mama hört und das tut, was man ihm sagt – Ein Jugendlicher, der das tut was man ihm sagt, nur sind es jetzt nicht mehr die Eltern, sondern Gleichaltrige. Und das können Gleichaltrige sein, die es z.B. gut finden Drogen zu nehmen, die Eltern zu belügen, zu hochriskanten Sachen überreden…
  • Ein Kind, das Liebe und andere Belohnungen dann bekommt, wenn es etwas gut gemacht hat – Als Erwachsener tut er nur noch Dinge, wenn er dafür eine Belohnung bekommt. Und dabei spielt es keine Rolle, ob er es gerne tut. Die Motivation Dinge nur für sich zu tun, ist viel geringer.
  • Ein Kind, das keine eigene Meinung haben darf und „unter“ den Erwachsenen steht – Ein Erwachsener der keine eigene Meinung hat, sondern sich lieber bei Chefs, Freunden oder seinem Partner unterordnet.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du in den Kommentaren mit uns teilst, was du herausgefunden hast.

 

Dazu passend ist ein das Zitat einer Inschrift, die über dem Eingang einer tibetischen Schule zu finden ist:

Wenn ein Kind kritisiert wird, lernt es, zu verurteilen.
Wenn ein Kind angefeindet wird, lernt es, zu kämpfen.
Wenn ein Kind verspottet wird, lernt es, schüchtern zu sein.
Wenn ein Kind beschämt wird, lernt es, sich schuldig zu fühlen.
Wenn ein Kind verstanden und toleriert wird, lernt es, geduldig zu sein.
Wenn ein Kind ermutigt wird, lernt es, sich selbst zu vertrauen.
Wenn ein Kind gelobt wird, lernt es, sich selbst zu schätzen.
Wenn ein Kind gerecht behandelt wird, lernt es, gerecht zu sein.
Wenn ein Kind geborgen lebt, lernt es, zu vertrauen.
Wenn ein Kind anerkannt wird, lernt es, sich selbst zu mögen.
Wenn ein Kind in Freundschaft angenommen wird, lernt es in der Welt Liebe zu finden.

 

WAS MIR NOCH WICHTIG IST: Solltest du jetzt herausfinden, das du vermeintlich etwas „falsch“ gemacht hast, STOP! Es gibt kein richtig und kein falsch. Du handelst immer so, wie es dir in diesem Moment möglich ist und mit dem Wissen, das du in diesem Moment hast.

Hier gehts weiter zu Frage Nr. 2.

 

Genieße deine Zeit!

Natalie

 

1 Comment

  • Liebe Natalie, grandios, wie du Vergleiche aufzeigst, was aus einem Kind wird, wenn es brav und angepasst war. Im Zweifel nämlich ein Rebell. Weil es gar nicht weiß, was seine eigenen Gefühle und Bedürfnisse eigentlich sind. Toller Artikel! Ich freue mich auf Teil 2 🙂 Und ich finde es super, dass du nicht ellenlange Artikel schreibst, ich mache es genauso, denn ich bin der Meinung: Die Zeit gehört dem Kind 🙂 Deine Jenniffer

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