3 Fragen die den Umgang mit deinen Kindern von Grund auf ändern können – Teil 2

Heute kommen wir zur 2. Frage dieser 3teiligen Serie. Es geht um das kleine Wörtchen „nein“. Wie oft hören unsere Kinder das wohl im Laufe ihres Älterwerdens von uns?! Und wie oft sagen wir es schon automatisch Ohne weiter darüber nachzudenken?

(Wenn du die erste Frage verpasst hast, kannst du sie hier finden.)

 

2. Was steckt hinter deinem „Nein“?

Hast du schon mal selber darauf geachtet, wann und wie oft du zu deinen Kindern „nein“ sagst?

Ich frage mich inzwischen, wenn ich „nein“ zu meinem Sohn sage, warum ich das sage (bzw. bestenfalls bevor ich es sage). Vielleicht fragst du dich jetzt, „Hä, warum denn das jetzt, ist doch klar!“. Und ich habe eben festgestellt, dass es das nicht ist, sondern das das ganz verschiedene Hintergründe hat.

 

Grenzen setzten

Klar, oft sind es Grenzen, die mein Kleiner gerade anfängt auszutesten. Welche Grenzen da sinnvoll sind, ist ein ganz anderes Thema – womit wir eher bei der Frage 1 sind. In diesem Fall kann ein klares „nein“ durchaus sinnvoll sein.

 

Meine Faulheit

Das hinter dem „nein“ meine eigene Faulheit steckt, stelle ich doch auch öfter mal fest. Zum Beispiel wenn die Kartoffel auf dem Tisch platt gedrückt wird, anstatt im Mund zu landen. Er räumt mal wieder den ganzen Schrank aus. Er zieht die gerade aufgehängte Wäsche wieder vom Ständer. Wenn halbnackt über den Boden gerobbt wird und ich nicht möchte, dass er seinen Body voll pinkelt. Etc.

Hier gilt es abzuwägen, was für mich ok ist und wo meine Grenzen sind. Seit ich mich aber frage, warum ich etwas nicht möchte und feststelle, dass es „nur“ meine Faulheit ist und es eigentlich kein Problem ist, wenn ich ihn gewähren lasse, gebe ich ihm diese Freiheit. Oder suche nach einer Alternative. Und wieder sind wir bei Frage 1

 

Meine Grenzen

Er kreischt laut vor sich hin oder haut mit einem Spielzeug lärmend auf den Boden. Er will sich nicht wickeln lassen. Er will nicht schlafen. Jede Mama kennt es wohl, dass auch mal ihre Grenzen erreicht sind. Und hier Frage ich mich dann, kann ich es grad wirklich nicht aushalten? Oder habe ich keine Lust es auszuhalten? Und schon fällt es mir bei so einigem viel leichter, dass diesmal kein „nein“ kommt. Ganz klar möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich damit nicht meine, dass wir uns hinten anstellen und Dinge zulassen, die uns nicht gut tun! Achte hier sehr gut auf dich und prüfe, was für dich ok ist und was nicht.

 

Meine Ängste

Wenn ich andere Eltern beobachte stelle ich immer wieder fest, wie unterschiedlich es ist, wovor sie Angst haben. Besonders bei Dingen, bei denen es ums körperliche Wohl des Kindes geht. Die einen machen z.B. ihren Haushalt total kindersicher. Polstern jede Ecke, sichern jeden Schrank. Andere wiederum machen kaum etwas und lassen das Kind auch mal die Erfahrung machen, dass eine Kante hart sein kann. Das eine Kind darf auf den Baum klettern und wild schaukeln, beim nächsten steht die Mutter die ganze Zeit daneben und spricht warnende Worte aus.

Als Generationen-Beispiel möchte ich den Fahrradhelm oder das Handy nennen. Beides Dinge mit denen viele Kinder heute nicht mehr ohne aus dem Haus gehen. Wenn ich an meine Kindheit denke, denke ich an viel Freiheit, die meine Eltern mir gegeben haben. Ich war unterwegs und sie haben darauf vertraut, dass ich schon wieder wie abgemacht heim komme. Oder sie haben uns schon mit sehr jungen Jahren alleine zu Hause gelassen. Der Freiraum den ich und mein Bruder bekommen haben, war wohl für einige Eltern damals schon undenkbar. Heute würde wohl der ein oder andere gleich das Jugendamt rufen. Das meine ich vollkommen wertfrei, ich möchte damit verdeutlichen, dass auch die Zeit einiges an den Ansichten verändert.

Also prüfe doch mal ob eine Angst von dir hinter dem „nein“ steckt, die vielleicht gar nicht angebracht oder übertrieben ist.

Mehr zu dem Gefühl Angst findest du auch in meinem „Gefühlsguide für Eltern – Wie du Klarheit für dich und dein Kind gewinnst“, den du hier kostenfrei bekommen kannst.

Also, wann sagst du „nein“? Und optimalerweise fragst du dich das natürlich, bevor du das „nein“ aussprichst. Das Gleiche gilt natürlich, wenn du es nicht sagst, aber entsprechend handelst (z.B. etwas weg tust).

 

Ich bin mir sicher, dass es noch mehr Punkte gibt, als die, die ich hier genannt habe. Ich freue mich, wenn du deine in den Kommentaren ergänzt.

Viel Spaß beim dich beobachten, nächste Woche erwartet dich dann die 3. Frage.

Genieße deine Zeit!

Natalie

1 Comment

  • Liebe Natalie, ja, ich kann mich auch noch an meine Kindheit erinnern, in der ich stundenlang alleine unterwegs war. Heute ist das undenkbar, man muss ja Angst haben, dass das Kind entführt wird und nicht wieder heimkommt. Leider ist das so, ich würde schon alleine aus dem Grunde mein Kind nicht alleine losziehen lassen. Mal abgesehen davon, dass er erst 19 Monate alt ist 😉
    Das Thema „nein“ habe ich auch schon in einem Artikel thematisiert. Ich finde es sehr wichtig, anderen Mamis vor Augen zu halten, was ein „Nein“ bei ihrem Kind auslöst und dass es dieses gegen sich selbst versteht, also gegen seine Person. Fühlt sich nicht so gut an, oder? Dennoch ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich (meist tatsächlich aus Bequemlichkeit), Dinge verbiete. Daran will ich weiter arbeiten. Mein Ziel ist es, geschehen zu lassen und nur dann einzugreifen, wenn es für unseren Sohn gefährlich wird. Drück mir die Daumen 🙂
    Deine Jenniffer

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