Außergewöhnliche „Geburtsvorbereitung“

Der Beginn vom Mamasein ist die Schwangerschaft und so möchte ich den Beginn dieses Blogs einem Teil dessen widmen, der Geburtsvorbereitung.

Die meisten Frauen besuchen im Laufe ihrer Schwangerschaft einen Geburtsvorbereitungskurs, in der Regel findet ein Teil davon auch gemeinsam mit dem Partner statt. Der Inhalt kann von Kurs zu Kurs etwas variieren, in der Regel sind sie sehr praxisorientiert und behandeln vor allem die Geburt, das Wochenbett, das Stillen und die Säuglingspflege.

Ich möchte euch heute noch andere Möglichkeiten zeigen, wie ihr euch auf die Geburt und die erste Zeit danach vorbereiten könnt:

1. Verbindung

Die Schwangerschaft stellt schon so einiges auf den Kopf. Allein die Hormone, das Wohlbefinden, das bei jedem anders ist…

Ich denke du wirst es schon von einigen gehört haben, auch ich kann dir empfehlen, nutze die Ruhe mit deinem Partner und genießt viel Zeit miteinander. Auch jetzt könnt ihr schon die Zeit zusammen mit eurem Baby genießen.

Hier habe ich für dich eine Übung, die ich als sehr wertvoll und auch überraschend empfunden habe:

Mache es dir mit deinem Partner gemütlich und setzt euch gegenüber. Achtet darauf für die nächsten 30 Minuten ungestört zu sein (Handys aus, etc.). Ich empfehle auch eine entspannte Zeit zu wählen und nicht eine Situation in der ihr gleich Termine habt, gestresst von der Arbeit kommt oder zig Dinge im Kopf habt, die jetzt gerade eigentlich erledigt werden müssten.

Stellt euch einen Wecker auf 10 Minuten. Legt Beide die Hände auf den Bauch (nicht aufeinander) und schließt die Augen. Verbindet euch so mit eurem Baby. (Falls du dich jetzt frag wie das geht, vertraue einfach darauf, dass du es mit deinem Verstand nicht wissen musst und lasse dich einfach darauf ein.) Solltest du merken, dass du zwischenzeitlich mit deinen Gedanken abdriftest, komme wieder bewusst in die jetzige Situation zurück.

Nehmt euch nach dieser Übung ausreichend Zeit um euch gegenseitig zu erzählen, was ihr empfunden habt und welche Gedanken euch gekommen sind.

2. Wünsche an den Partner

Es ist wohl jedem bewusst, dass sich durch ein Kind das Leben komplett verändert, auch die Partnerschaft. Hast du dir schon mal Gedanken darüber gemacht, was du dir von deinem Partner für diese Zeit wünscht und ihm dies auch mitgeteilt? Die folgende Übung soll euch dafür Klarheit bringen.

  1. Schreibt euch gegenseitig einen Brief (das kann auch jeweils stichpunktartig sein) und beantworte darin folgende Fragen:
    • Welche Wünsche hast du an deinen Partner während der Geburt? Für die Frau könnte es hilfreich sein sich zu überlegen, wie sie auf Schmerzen regiert. Was haben deine Eltern getan, wenn du krank warst? Was brauchst du jetzt, wenn du Schmerzen hast? Eher deine Ruhe oder Nähe? Jemand der dich in den Arm nimmt, dich streichelt oder nur eine Hand zum Festhalten?
    • Welche Wünsche hast du an deinen Partner in der Rolle als Mutter/Vater?
    • Welche Wünsche hast du an deinen Partner in Bezug auf eure Beziehung, wenn ihr Eltern seid?
  2. Macht es euch gemütlich und lest euch gegenseitig den Brief vor (das kann natürlich auch frei gesprochen werden, vor allem wenn ihr nur Stichpunkte aufgeschrieben habt).
  3. Besprecht wie ihr die Wünsche an euch empfindet.

3. Piratenabkommen

Klar, jede Mama ist anders. Die einen sind eher die „Glucken“, die ihre Kinder nie aus der Hand geben, die anderen würden für ihre Kinder nie ihre Freiheit aufgeben und haben schon kurz nach der Geburt Möglichkeiten gefunden, alleine das Haus zu verlassen.

Ein Piratenabkommen ist eine Abmachung mit einer anderen Person, die die Aufgabe hat, dir „in den Arsch zu treten“, solltest du dich nicht an diese Abmachung halten.

Schließe ein Piratenabkommen mit einer Freundin (oder auch mehreren) ab und zwar bevor dein Schatz auf die Welt kommt. Auch wenn du es dann vielleicht nicht willst, weil du viel lieber zu Hause bist und die Zeit mit deinem Baby verbringen möchtest, könnte es wichtig sein, dass du etwas für dich tust. Du wirst im Nachhinein feststellen, wie gut dir das getan hat und wie besonders schön es dann ist, wieder nach Hause zu kommen. Wichtig ist, dass du der Person die in dieser Zeit auf dein Baby aufpasst voll und ganz vertraust. Du kannst das Ganze, sowohl was Länge und Entfernung angeht, steigern. So gewinnst du nach und nach Vertrauen in die Situation und kannst du dich besser auf das einlassen, was du dann machst und bist nicht die ganze Zeit mit den Gedanken bei deinem Kind.

Du könntest mit einer Stunde bei einem Cafe bei dir ums Eck oder mit einer Runde Sport beginnen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist auch wirklich das Haus zu verlassen. Zu Hause war doch noch viel Aufmerksamkeit bei meinem Kind, wenn es im Nebenraum mal geweint hat oder ich gehört habe, dass es jetzt gewickelt wird.

Mein Piratenabkommen mit einer Freundin war folgendes: Nach dem Wochenbett unternehmen wir einmal im Monat abends etwas zu Zweit. Bedingung ist, dass ich auch ordentlich aussehe – Haare, Kleidung, Gesicht. (Das hatten wir von vornherein zusätzlich vereinbart, da ich immer wieder Geschichten mitbekommen habe, dass den Mamas das auf einmal egal war).

WICHTIG: Solltest du stillen, teste beim ersten Mal in den Tagen vorher das Abpumpen und ob dein Baby die Flasche nimmt.

4. Paarzeit

Genauso wichtig wie die Zeit für sich selber ist die Zeit mit dem Partner – und zwar ohne Kind. Mein Partner kann sich gut auf mich einlassen, wenn unser Sohn dabei ist. Ich kann das nicht so gut, da ein Teil meiner Aufmerksamkeit dann immer bei ihm ist. Abends haben wir selten die Möglichkeit, da unser Kind derzeit recht spät einschläft. Deswegen müssen wir uns für uns bewusst diese Zeit nehmen und das auch planen.

Wir haben derzeit noch kein gutes Gefühl dabei, unseren 11 Wochen alten Sohn allein bei jemandem zu lassen. Deswegen nehmen wir uns wenigstens ein paar Minuten allein Zeit füreinander, wenn z.B. meine Schwester oder Mutter zu Besuch sind. Wir gehen dann einfach in ein anderes Zimmer, um dort ganz gemütlich zu quatschen. So sind wir gleich nebenan, sollte irgendwas sein. Mit der Zeit werden wir da bestimmt auch entspannter und werden das dementsprechend ausweiten.

Vielleicht könnt ihr ja auch schon vor der Geburt hierfür eine Vereinbarung treffen, wie das bei euch gestaltet werden könnte.

 

Hast du deine erste Geburt noch vor dir? Was beschäftigt dich am meisten? Oder bist du bereits Mama? Was hast du diese Zeit erlebt? Ich freue mich, wenn du das mit uns in den Kommentaren teilst!

 

Ui, das ist der erste Beitrag für diesen Blog! Ich freue mich riesig auf das, was hier entstehen wird.

 

Genieße die Zeit!

Natalie

 

4 Comments

  • Stefanie

    Reply Reply 5. November 2015

    Liebe Natalie,

    dieser Blog hat der Mama-Welt gefehlt! Ich danke Dir dafür! Und an alle, die hier neu sind oder denen die Inspirationen von Natalie noch nicht so geläufig sind: Probiert es einfach aus! Es klappt. Es funtioniert.
    Was können wir Mütter noch in die Welt tragen, damit sie noch schöner wird?
    Alles alles Gute, Natalie und Ihr anderen Mamas,
    Stefanie

    • Natalie

      Reply Reply 5. November 2015

      Vielen Dank liebe Stefanie!

  • Petra Schwehm

    Reply Reply 11. November 2015

    Liebe Natalie,

    ganz herzlichen Glückwunsch zur Geburt deines Blogs und deines Sohnes!

    Ein tolles Projekt hast du da in die Welt getragen. Du schreibst sehr ansprechend und inspirierend. Es ist so wichtig, dass wir uns als Mamas genügend Auszeiten nehmen, für uns alleine, sowie für den Partner.

    Ich wünsche dir, dass du mit deiner Botschaft ganz viele Mamas erreichst.

    Herzensgrüße,
    Petra

    • Natalie

      Reply Reply 16. November 2015

      Liebe Petra, vielen Dank!

Leave A Response


*

* Denotes Required Field