Gibst du nur oder nimmst du auch?

Die meisten Mütter würden wohl alles für ihr Kind tun, auch wenn sie selber schon auf dem Zahnfleisch kriechen. Sie geben alles was sie können. Und allein die Existenz des Schatzes und hin und wieder ein Lächeln reichen aus, um alle Anstrengungen aufzuwiegen.

 

Hast du schon mal darüber nachgedacht, dass dein Kind dir gerne viel mehr geben möchte?

 

Kindern liegt sehr viel daran, dass es ihrer Mama gut geht. Klar ist es unsere eigene Aufgabe dafür zu sorgen, dass wir glücklich sind und wir sollten unseren Kindern auch nie die Verantwortung dafür geben. Dennoch freuen sie sich sehr, wenn wir auch von ihnen empfangen.

 

Ich selber war bis vor ein paar Tagen noch ständig im Geben-Modus. Neben dem reinen Verpflegen waren das Dinge wie Zuneigung, Liebe und Geborgenheit. Natürlich tue ich das auch weiterhin. Doch es ist noch mehr möglich!

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ein Baby schon in der Lage ist zu geben. Letztes Wochenende hatte ich allerdings die Möglichkeit zu erleben was es heißt, von meinem 4 Monate alten Sohn zu empfangen.

 

Umso älter wir werden, umso mehr bauen wir mit unseren Erfahrungen Mauern um uns herum auf. Diese Mauern sollen uns vermeintlich schützen. Das Problem an diesen Mauern ist allerdings, dass sie vieles, das zwischen mir und meinem Gegenüber stattfinden könnte, blockieren.

Vielleicht wollen wir manchmal die Mauern oben haben. Das bewusst zu tun ist dann in diesem Moment auch das Richtige. Doch wie oft haben wir unbewusst unsere Mauern oben? Ich behaupte: Fast immer!

 

Die Wissenschaft hat längst nachgewiesen, dass im Kontakt mit anderen Menschen viel mehr stattfindet als das, was wir bewusst mit unseren Sinnen wahrnehmen. Wir senden Energien aus und empfangen diese auch.

Das klingt für dich zu schräg? Hier zwei Beispiele, die du wahrscheinlich schon erlebt hast:

Du möchtest gerade jemanden anrufen und schon klingelt das Telefon und er ist dran. Oder du weißt, dass dich hinter deinem Rücken jemand anschaut, obwohl du ihn nicht sehen kannst und es ist tatsächlich so.

Alles Zufall? Ich glaube nicht! Jeder sendet und empfängt ständig Energien und das meistens vollkommen unbewusst.

 

Umso jünger ein Kind ist, umso „freier“ ist es noch. Es muss sich noch nicht schützen und ist viel besser im Geben und Nehmen als ein Erwachsener. Allein schon, weil der bei uns so gern genutzte Filter „Verstand“ noch keine Rolle spielt. Kinder sind so auch viel feinfühliger und schneller darin Stimmungen zu deuten.

 

Dass dein Kind nimmt, hast du bestimmt schon erlebt. Ich lade dich dazu ein auszuprobieren auch von deinem Kind zu nehmen. Und damit meine ich seine Energie.

Du musst nicht wissen wie es geht. Und das kannst du auch gar nicht, weil es etwas ist, das außerhalb deines Verstandes funktioniert.

Setzte einfach die Absicht, dass du deine Barrieren nach unten fährst und sei bereit von deinem Kind zu empfangen.

Besonders einfach finde ich es, wenn der Kleine gerade schläft, denn dann ist der Geben-Modus automatisch ausgeschaltet. Auch beim Stillen macht es das zu einem noch intensiveren Erlebnis.

Wenn dein Kind schon etwas älter ist, dann probiere doch mal den Unterschied bei einer Umarmung aus. Spüre wenn die Barrieren oben sind im Gegensatz dazu, wenn du sie runter machst und bereit bist zu empfangen.

Vertraue darauf, dass du es kannst. Und umso öfter du es machst, umso mehr wirst du es auch spüren. Das ist wie ein Jahrzehnte lang kaum bewegter Muskel, der braucht auch erst mal wieder Training, bevor er gut funktioniert.

 

Das klingt für dich alles zu abgespaced? Kann ich verstehen. Deswegen möchte ich hier mit dir mein erstes Erlebnis damit teilen:

Ich war letzte Woche auf einem 4 tägigen Seminar. Kinder konnten bei diesem Kurs mit dabei sein, sonst wäre für mich eine Teilnahme auch nicht möglich gewesen.

Meistens ist unser Kleiner sehr friedlich und wenn er schreit, dann kümmere ich mich selbstverständlich um ihn. Wenn es mal etwas länger dauert ihn zu beruhigen, finde ich das auch nicht weiter schlimm.

Bei dem Seminar habe ich eine sehr prägende Erfahrung gemacht. Ganz plötzlich hat der Kleine das schreien angefangen und es hat mich in Mark und Bein getroffen, so sehr, dass mir die Tränen gekommen sind. Ich konnte überhaupt nicht verstehen, was da grad in mir passiert, denn sonst trifft mich das nicht weiter.

Er hat nicht aufgehört zu weinen, deswegen hab ich die Trainerin (eine klinische Psychologin) gefragt, was da gerade abläuft. Ihre Antwort war, dass mein Kind mir gerade beitragen möchte und ich es nicht nehme. Ich soll doch mal meine Barrieren runter fahren, um von ihm zu empfangen. Das sollte ich dann weiter und weiter tun, bis er nach kurzem aufgehört hatte zu weinen. Ein Teil der anderen 40 Teilnehmer war so berührt, dass ihnen die Tränen gekommen sind. Die konnten von außen wohl noch mehr wahrnehmen, als ich bereit war, in diesem Moment zuzulassen.

Es war auch so schon eine ganz neue, wunderschöne, nicht zu beschreibende Erfahrung. Seit dem „übe“ ich das, so oft ich daran denke.

Gestern habe ich von einer anderen Teilnehmerin folgende Nachricht bekommen:

„Hey Natalie, D. und ich sitzen gerade beieinander und stellen fest, dass Neo (Anmerkung, das ist mein Sohn) der genialste, bereichernste und coolste Teilnehmer bei dem Seminar war! Danke nochmal, dass Du das möglich gemacht hast!“

 

Und nicht nur gegenüber Kindern lohnt es sich seine Barrieren zu senken, auch gegenüber allem anderen…

Hast du es ausprobiert? Wie war es? Ich freue mich über eine Rückmeldung in den Kommentaren.

 

Genieße deine Zeit!

 

Natalie

 

6 Comments

  • Daniel

    Reply Reply 7. Dezember 2015

    Hallo Natalie,

    in Deinen Worten liegt so viel Hingabe, Energie und Überzeugung. Nimm Dir von N. so viel Du kannst. Die Erfahrung mit ihm für die Gruppe letztes Wochenende war unbeschreiblich. Danke, dass ihr gekommen seid.

    Gruß

    Daniel

    • Natalie

      Reply Reply 7. Dezember 2015

      Hallo Daniel,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Auch ich danke dir, dass du da warst!

      Fühl dich gedrückt
      Natalie

  • Carolin Otzelberger

    Reply Reply 13. Dezember 2015

    Das war wirklich beeindruckend – ich hab auch geheult 🙂

    Danke, dass du das teilst. Ich glaube, das sind mega bereichernde neue Perspektiven für alle Mütter!

    Von wo überall können wir noch empfangen, was wir bisher nie in Betracht gezogen haben?!?

    😉

    • Natalie

      Reply Reply 13. Dezember 2015

      Und wie wird es möglich, dass dieses Tool möglichst viele Mütter kennen? 🙂

  • Nicole

    Reply Reply 13. Dezember 2015

    Liebe Natalie,
    das kann ich nur bestätigen. Meine Kinder sind zwar schon älter, kosten mitunter viel Energie und geben doch so viel 😀 Wichtig ist denke ich, sich immer mal wieder für das zu öffnen, was uns die Kinder geben können…und alle anderen Menschen natürlich auch 😀
    Einen schönen 3.Advent wünscht dir, Nicole

    • Natalie

      Reply Reply 13. Dezember 2015

      vielen Dank für deinen Beitrag und dass du deinen Kindern und Anderen die Möglichkeit dazu gibst!

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